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SafeGuard MRSA-VetMed-net Projekt
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Bildmotiv zum Projekt SafeGuard MRSA-VetMed-net: Veterinärmedizin und Landwirtschaft

Arbeitsprogramm des Euregio MRSA VetMed-net

1. VetSearch

Untersuchung der Häufigkeit der MRSA bei Tieren, in Lebensmitteln und in der Umgebung der landwirtschaftlichen Tierhaltung.


Feststellung der MRSA-Prävalenz bei Tieren, in Lebensmitteln und in der Umgebung der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Diese Arbeitsaufgabe erfolgt mittels standardisierter Beprobungsroutine und konventioneller, bakteriologischer Untersuchungsverfahren in Bonn im Labor des Tiergesundheitsdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrheinwestfalen, bei Proben aus Niedersachsen in jeweiliger Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde.

Folgende Untersuchungen sind vorgesehen:

2. Human Carriers

Feststellung der Häufigkeit von Tier-assoziierten MRSA bei Menschen, die Kontakt zur landwirtschaftliche Tierhaltung haben und Entwicklung von Präventions-strategien.


Feststellung der Prävalenz von MRSA-Trägerschaft und Infektionen bei Menschen, die zu landwirtschaftlicher Tierhaltung exponiert sind und Entwicklung von Präventionsstrategien. Alle MRSA werden im deutschen (Universitätsklinikum Münster), dem niederländischen Referenzlaboratorium (Labmicta, Enschede) untersucht. Um auch Spezialuntersuchungen sicher zu stellen, erfolgt eine Zusammenarbeit mit den nationalen Referenzzentren und –laboratorien, sowie anderen Expertenzentren.
Hierbei sollen Personen, die beruflich exponiert sind gegenüber landwirtschaftlichen Nutztieren, den hieraus erzeugten Produkten und der Umgebung der landwirtschaftlichen Produktionsanlagen auf MRSA-Trägerschaft untersucht werden. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Qualitätsnetzwerken des EUREGIO-Projektes EUREGIO MRSA-net und EurSafety Health-net und unter Einbeziehung der arbeitsmedizinisch Verantwortlichen. Zusätzlich sollen bei Nachweis von MRSA-Trägern enge Kontaktpersonen mit untersucht werden. Der Informationsaustausch mit EurSafety Health-net ist hierbei von besonderer Bedeutung, wenn es sich bei MRSA-Trägern und enge Kontaktpersonen zu Mitarbeitern im Gesundheitswesen (z.B. Pflegekräfte) handelt.


3. Molekulare Risikobewertung (MRSA Typing)

MRSA ist nicht gleich MRSA! Aus diesem Grund ist die grenzüberschreitende Charakterisierung der aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung und vom Menschen isolierten MRSA mittels genetischem Fingerprint notwendig.


Grenzüberschreitende Charakterisierung der aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung isolierten MRSA mittels konventioneller und molekularer Methoden. Alle MRSA und ausgewählte MSSA, die im Rahmen Projektuntersuchungen identifiziert wurden, werden im deutschen (Universitätsklinikum Münster), dem niederländischen Referenzlaboratorium (Labmicta, Enschede) untersucht. Umweitergehende Untersuchungen zu ermöglichen, erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den nationalen Referenzzentren, -laboratorien und weiteren Expertenzentren.

Dabei sollen folgende Verfahren zum Einsatz kommen:

4. Telematik und Frühwarnsystem

Schaffung eines Internet-basierten Frühwarnsystems durch euregioweiten Austausch von Labordaten für besonders gefährliche MRSA (Euregio SeqVet).


Dieses Arbeitspaket beschäftigt sich mit der Schaffung einer Internetbasierten Telematikplattform zum euregioweiten Austausch von Labor- und Typisierungsdaten. Hierbei werden die bekannten Vorteile der spa-Typisierung nutzbar gemacht.
Diese erfolgt mittels einer bioinformatischen Anwendung in Kombination mit molekularen Labormethoden, die am Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster mitentwickelt wurden und die eine kontinuierliche flächendeckende, vernetzbare molekulare Erregersurveillance in Echtzeit möglich macht.

• Mit Hilfe einer integrierten Datenbank können somit alle notwendigen epidemiologischen Informationen vernetzt werden. Im Rahmen einer tri-nationalen und interdisziplinären Vernetzung soll es zu einem gegenseitigen Transfer von Know-how, Technologie und Typisierungsdaten in der Euregio und zwischen Tier- und Humanmedizinern kommen.

• Die Typisierungsdaten (d.h. regionale Häufigkeiten von spa-Typen) werden mittels eines Geographischen-Informationssystems auf einem Web-Portal allen Partnern online zur Verfügung gestellt.

• Zusätzlich wird aus den gewonnenen Typisierungsdaten ein automatisches Frühwarnsystem etabliert, das die Partner auf ungewöhnliche Häufungen von MRSA auf Genotypebene aufmerksam machen soll bzw. zufällige Häufungen von MRSA ohne epidemiologischen Zusammenhang ausschließen lässt. Dieses Frühwarnsystem ermöglicht eine Evaluierung der Übertragung bestimmter MRSA Typen zwischen Tieren, zwischen Tieren und Menschen, sowie zwischen Tier/Mensch und der Umgebung bzw. zu Lebensmittel. Hieraus können rationale Handlungsanweisungen erarbeitet werden.

• Zusätzlich soll die spa Typisierung als Surrogatmarker für die Früherkennung von MRSA-Stämmen mit erhöhter Virulenz (PVL-positive Stämme) und hohem epidemischen Potenzial genutzt werden. Desweiteren können Typen mit Sepziesspezifität (z.B. spa Typ t036 bei Pferden) und erhöhter Interspezies-Übertragbarkeit (z.B. t011 Mensch/Schwein) erkannt werden. Die Entstehung neuartiger MRSA-Klone mit erhöhter Virulenz und Ausbreitungsdynamik (z.B. PVL positive spa t011) kann somit frühzeitig und grenzüberschreitend erkennen. Dies erlaubt die rechtzeitige Etablierung von fokussierten seuchenhygienischen Maßnahmen.

In Analogie zur Empfehlung der EFSA MRSA-Task-Force zur Subtypisierung von MRSA bei Zuchtschweinen soll eine Schnittstelle zum vergleichbaren Datenaustausch von zwischen humanmedizinischen und veterinärmedizinsischen Typisierungsdaten erfolgen. Dazu sind elektronische Schnittstellen zu den Typisierungsservern des EUREGIO MRSA-net, EurSafety Health-net und dem SeqNet spa server vorgesehen. Die Nutzung einer solchen Plattform ermöglicht, die euregionalen Daten des veterinären Projektes in den europäischen Gesamtkontext zu stellen.

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